Grüne Erde Textilien - wenn Farbe, dann so

Teppich Stargazer Grün
© Grüne Erde
Dafür hat Grüne Erde einen eigenen Standard erarbeitet, der sich an den weltweit strengsten Regeln für ökologische Bekleidungstextilien orientiert: den Richtlinien des IVN (Internationaler Verband der Naturtex-tilwirtschaft) und des GOTS (Global Organic Textile Standard).
Der Grüne Erde-Codex für farbige Textilien im Einzelnen:
- Bei der Herstellung und beim Färben der Stoffe werden keine umwelt- und gesundheitsbedenkli-chen, giftigen Substanzen eingesetzt.
- Die farbigen Gewebe sind zu 100 % aus nachwachsenden, natürlichen Fasern (Baumwolle, Schafschurwolle, Ramie) hergestellt.
- Alle Baumwollgewebe stammen aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Auch deshalb, weil beim konventionellen Anbau der „Naturfaser“ Baumwolle massenhaft giftige Insektizide und Pestizide eingesetzt werden, die Mensch und Natur schädigen.
- Wo immer verfügbar, kommen auch alle anderen Fasern aus kbA bzw. kbT (kontrolliert biologischer Tierhaltung).
- Die Eigenschaften der Stoffe werden nicht chemisch, sondern rein mechanisch, thermisch bzw. physikalisch verbessert, etwa durch Kalandern (Glätten und Verdichten der Oberfläche) oder durch Krumpfen (Vorwegnehmen des Einlaufens).
- Erlaubt sind Kochen, Waschen und Sauerstoff-bleichen der Gewebe sowie Methoden, die Sub-stanzen auf Basis von natürlichen Rohstoffen verwenden.
- Erlaubte Schlichtemittel sind Stärke, andere natürliche Substanzen und CMC (Carboxymethylcel-lulose, ein ungiftiger Hilfsstoff auf Zellulosebasis, der u. a. auch als Lebensmittelzusatzstoff ver-wendet wird).
- Zum Färben werden ökologisch verträgliche Farbstoffe verwendet, die schwermetallfrei und un-giftig sind und das Abwasser nicht belasten. Im Fachjargon: AOX-Gehalt unter 1 % – das ist die technisch bestmögliche Lösung (AOX = Adsorbierbare organisch gebundene Halogene).
- Färbehilfsmittel müssen ebenfalls schwermetallfrei sein (AOX-Gehalt unter 0,1%).
- Verboten sind Ammoniakbehandlung, Chlorbleiche, optische Aufheller und Mercerisation.
- Wir verwenden kein Formaldehyd, keine Azofarbstoffen, die krebserzeugende Amine abgeben, keine Metallkomplexfarbstoffe und Farbstoffe, die im fertigen Stoffgewebe krebserzeugend oder allergieauslösend wirken können.
Wer überwacht die Einhaltung des Codex?
Alle Grüne Erde-Stoffe werden regelmäßig auf Schadstoffe untersucht – durch eine vom IVN akkreditierte Prüfungsstelle, wenn die Weberei bzw. Färberei selbst IVN-zertifiziert ist. Bei allen anderen Stofflieferanten wird die Schadstoffprüfung vom firmenunabhängigen, renommierten eco-Institut in Köln im Auftrag der Grünen Erde durchführt.
Welche Farbstoffe wir verwenden
Farben von Sofabezügen, Bettwäschen oder Decken müssen widerstandsfähig gegen Reibung, Waschmittel, Schweiß und Speichel sein. Das sind Naturfarben in der Regel nicht. Um die Haftfähigkeit der Naturfarbe auf dem Gewebe zu verbessern, arbeiten konventionelle Unternehmen mit chemischen Substanzen, die ihrerseits ökologisch bedenklich sind. Das ist für Grüne Erde nicht denkbar. Daher wurde nach langer Prüfung verschiedener Färbemethoden, vielen Gesprächen mit Textil- und Farbexperten, Chemikern und Webereien, und nach gründlicher Abwägung aller Argumente beschlossen, folgende Farben zu verwenden:
Reaktivfarbstoffe
Diese synthetischen Farbstoffe sind heute die am weitesten verbreitete Farbstoffgruppe und eignen sich besonders gut für Baumwoll-, aber auch für Schurwollstoffe. Sie enthalten eine „reaktive“ Molekülgruppe, einen sogenannten Anker, welcher mit den Fasern des Gewebes eine extrem stabile chemische Verbindung bildet. Der Farbstoff ist so fest an die Faser gebunden, dass ein nachträgliches Herauslösen unmöglich ist. Dies erklärt die hohe Wasch-, Licht- und Säureechtheit dieser Farbstoffe.
Sie entsprechen dem ökologischen Standard von Grüne Erde, sind daher unbedenklich für den Men-schen und verursachen keine Abwasserbelastung während des Waschens der Textilien.
Säurefarbstoffe
... eignen sich besonders gut für tierische Fasern. So ist die Schurwolle für die farbigen Teppiche „Sky-walker“ mit Säurefarbstoffen gefärbt. Die negativ geladenen Moleküle des mit Essigsäure versetzten „sauren“ Färbebads (daher der Name) knüpfen mit den positiv geladenen (basischen) Molekülen des Wolleiweißes eine feste Bindung.
Farbdruck
Einige neue Grüne Erde-Bettwäschen sind farbig bedruckt. Die dabei angewandten ungiftigen Druckver-fahren beruhen auf Wasser oder natürlichen Ölen. Es werden keine Ätzdruck-verfahren, aromatischen Lösungsmittel und giftigen Azofarbstoffe eingesetzt.
Soziale Kriterien
Zusätzlich zu den hohen ökologischen
Standards zur Färbung von Textilien werden strenge Sozialkriterien
beachtet, um faire Arbeitsbedingungen für die an der Herstellung
beteiligten Menschen sicher zu stellen. Alle an der Produktion der
farbigen Stoffe mitarbeitenden Spinnereien, Färbereien, Webereien
und Nähereien haben ihren Sitz in EU-Staaten. Dies garantiert
hohe sozialrechtliche Standards, gerechte Löhne, gesetzliche
Arbeitszeiten, schließt Kinderarbeit aus und sorgt für
möglichst kurze Transportwege.
Die Konfektion der Bettwäsche, das Nähen von Kissenbezügen
und das Tapezieren von Polstermöbeln wird von der Grüne
Erde-Textilwerkstätte in Oberösterreich übernommen.
Barbara Freund am 3. Dezember 2009
