Farben der Natur

Bedruckte und gefärbte Bettwäsche

Färbige Bettwäsche von Grüne Erde

Im Juni haben wir Sie über die neuen Farben im Grüne Erde Sofaangebot informiert und Ihnen dabei einige Hintergrundinformation zu den verwendeten Farben und eingehaltenen Richtlinien gegeben. Heute haben wir das Vergnügen, Ihnen mehr über weitere färbige Neuprodukte wie färbige und bedruckte Bettwäsche und färbige Teppiche zu verraten, die im neuen Momente-Katalog vorgestellt wurden.

Welche Farbstoffe wir verwenden

Wir haben uns die Auswahl der Farbstoffe nicht leicht gemacht, auch den Einsatz ausschließlich natürlicher Farben auf Basis pflanzlicher Rohstoffe (Safran, Färberginster ...) lange und sehr genau geprüft. Allerdings ist der Einsatz solcher Farbstoffe in der Praxis eng begrenzt, vor allem bei stark beanspruchten Stoffen. Gerade bei Sofabezügen, Bettwäschen oder Decken muss die Farbe sehr fest an der Faser haften und widerstandsfähig gegen Reibung, Waschmittel, Schweiß und Speichel sein. Das sind Naturfarben in der Regel nicht. Daher muss man entweder Farbunterschiede von Stoffcharge zu Stoffcharge, Ausbleichen durch Sonnenlicht und „Ausbluten“ der Farbe beim Waschen in Kauf nehmen. Oder, um dies zu verhindern, die Haftfähigkeit der Naturfarbe auf dem Gewebe durch Fixierung mit chemischen Substanzen verbessern, die ihrerseits ökologisch bedenklich sind. Beide Alternativen halten wir bei unseren Farbtextilien für unpraktikabel, für unseren Kunden nicht zumutbar und für mit unseren strengen Grundsätzen nicht vereinbar.

Daher haben wir uns nach langer Prüfung verschiedener Färbemethoden, vielen Gesprächen mit Textil- und Farbexperten, Chemikern und Webereien, und nach gründlicher Abwägung aller Argumente entschlossen, folgende Farben zu verwenden:

Reaktivfarbstoffe

Diese synthetischen Farbstoffe sind heute die am weitesten verbreitete Farbstoffgruppe und eignen sich besonders gut für Baumwoll-, aber auch für Schurwollstoffe. Sie enthalten eine „reaktive“ Molekülgruppe, einen sogenannten Anker, welcher mit den Fasern des Gewebes eine extrem stabile chemische Verbindung bildet. Der Farbstoff ist so fest an die Faser gebunden, dass ein nachträgliches Herauslösen unmöglich ist. Dies erklärt die hohe Wasch-, Licht- und Säureechtheit dieser Farbstoffe.
Sie entsprechen unserem ökologischen Standard (siehe oben), sind daher unbedenklich für den Menschen und versursachen keine Abwasserbelastung während des Waschens der Textilien.

Säurefarbstoffe

... eignen sich besonders gut für tierische Fasern. So ist die Schurwolle für unsere farbigen Teppiche „Skywalker“ mit Säurefarbstoffen gefärbt. Die negativ geladenen Moleküle des mit Essigsäure versetzten „sauren“ Färbebads (daher der Name) knüpfen mit den positiv geladenen (basischen) Molekülen des Wolleiweißes eine feste Bindung.

Farbdruck

Einige neue Grüne Erde-Bettwäschen sind farbig bedruckt. Die dabei angewandten ungiftigen Druckverfahren beruhen auf Wasser oder natürlichen Ölen. Es werden keine Ätzdruckverfahren, aromatischen Lösungsmittel und giftigen Azofarbstoffe eingesetzt.

Soziale Kriterien

Zusätzlich zu unseren hohen ökologischen Standards zur Färbung von Textilien beachten wir strenge Sozialkriterien, um faire Arbeitsbedingungen für die an der Herstellung beteiligten Menschen sicher zu stellen. Alle an der Produktion unserer farbigen Stoffe mitarbeitenden Spinnereien, Färbereien, Webereien und Nähereien haben ihren Sitz in EU-Staaten. Dies garantiert hohe sozialrechtliche Standards, gerechte Löhne, gesetzliche Arbeitszeiten, schließt Kinderarbeit aus und sorgt für möglichst kurze Transportwege. Die Konfektion der Bettwäsche, das Nähen von Kissenbezügen und das Tapezieren von Polstermöbeln wird von der Grüne Erde-Textilwerkstätte in Oberösterreich übernommen. Dies sichert einen hohen Anteil an Eigenfertigung.

Unabhängige Prüfungen

Unsere farbigen Textilien wurden von unabhängigen Stellen geprüft (siehe oben). Die Prüfberichte zeigen: Bettwäsche, Möbelbezugsstoffe, Teppiche und Decken sind frei von Pestiziden, Formaldehyd, Azofarbstoffen, Organozinn-Verbindungen und Schwermetallen. Die Lichtechtheit der Stoffe ist besser als der gängige Orientierungswert und der abwasserrelevante AOX-Wert liegt unter dem Grenzwert.

Fazit

Am „ökologischsten“ ist es, ausschließlich naturfarbene (ungefärbte) Gewebe zu verwenden und auf gefärbte Stoffe ganz zu verzichten. Die zweitbeste Möglichkeit ist der Weg, den wir gefunden haben: ein vernünftiger Kompromiss zwischen Farbe beim Wohnen, ökologisch vertretbaren Färbemethoden, sozialen Arbeitsbedingungen und hohem praktischen Nutzen der Stoffe im Alltag. So werden farbige Stoffe in Kombination mit naturfarbenen Geweben zu einer Bereicherung des natürlichen Wohnens.

Sie finden druckfähige Bilddaten in unsere kostenlosen Foto-Download-Bereich in der Rubrik "färbige Textilien".

Barbara Freund am 8. Oktober 2008

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